Fleisch vom Fleische der Grünen? Nicht doch!

Filed under: Bürgerrechte,Piraten — Aleks A @ 12:01

Als ehemaliges, aktives Mitglied der Grünen und heutiges aktives Mitglied der Piraten passe ich zwar in das (auch soziodemografische) Klischee des Post-Grünen Piraten, das die Grünen gerne sehen würden. Doch gibt es klare Gründe, wieso ich mich bei den Piraten engagiere, die jenseits der katastrophalen Politik von rot-grün im Bund gehen, die mich damals bewegten, die Grünen zu verlassen.

Die Grünen sind eine konservative Partei, die die Menschen kontrollieren und zum Gutmenschen Dasein zwingen will, die Piraten eine progressive Partei, die den Menschen größtmögliche Freiheiten geben will.

Die Grünen sehen immer das Negative in Neuem, die Piraten (manchmal allzu sehr) das Positive.

Und vergessen wir nicht: Die Piraten sind die erfolgreichste Parteigründung seit dem Ende des Kalten Krieges. Ihre Themen sind nicht von der ehemaligen Bipolarität der Politik beeinflusst.

Wie Felix Neumann in seinem immer lesenswerten Blog beschreibt, sprechen Grüne und Piraten vollkommen andere Sprachen. Ich gehe wie oben beschrieben einen Schritt weiter. Die Grünen sind etabliert, behäbig geworden, sprechen sich für Zensurmaßnahmen wie dem JMStV und der VDS aus Überzeugung aus. Denn sie entspricht der Kontrolle, der Ihrer Meinung nach das dumme Volk braucht, das die Erleuchtung Grüner Lehren noch nicht erreicht hat.

Natürlich teile ich Felix‘ Meinung nicht, die Piraten blieben eine Kleinstpartei a la ÖDP. Viele Piraten sehen sich im Geiste eines Gerhard Baums oder einer Hildegard Hamm-Brücher und wachsen erheblich jenseits des kleinen Ökosystems „Netzpolitik“ hinaus. Seit Chemnitz ist die Richtung ganz klar sozialliberal, auch wenn manche Piraten aus Berlin und Hamburg die Partei in das linke Parteienspektrum bringen wollen.

Persönlich bin ich nicht wegen der Netzpolitik in die Piraten eingetreten (auch wenn ich als Manager in IT und Telko und „digital native“ durchaus in diesem weiteren Klischee passe). Für mich war Zensursula nicht ein netzpolitischer Übertritt, sondern eines der Bürger- und Menschenrechte.  Eines des Übermächtigen Staats, das die Individualrechte ohne weitere Bedenken eliminierte.

Und so wie mich gibt es Piraten, die sind wegen dem Datenschutz in der Partei, oder als Opposition zur asozialen Hartz4 Gesetzgebung. Oder weil keine andere Partei deutlicher Queer- und Familienthemen zur gesellschaftlichen Vielfalt des 21. Jahrhunderts anpasst.

Nein, die Piraten sind keine Partei der Netzpolitik alleine. Schon 2009 waren sie es nicht. Mit jedem Parteitag werden sie es immer weniger. Die Piraten sind die soziale und liberale Alternative zur Kontrollwut der anderen Parteien, zur asozialen Gesetzgebung von Rot-Grün und Schwarz-Gelb.

Und davor haben vor allen die Grünen Angst. Sie merken, dass sie zu dem geworden bin, wovor sie ihre Kinder warnten. Wir sind ihre Kinder, wir haben die Lektion gelernt, wir wählen soziale Wärme, Solidarität und Freiheit.

Hamm-Brücher

Die Zukunft verpassen

Filed under: Etablierte Parteien — Aleks A @ 09:56

Ich lese in einem Online Artikel, dass es den Japaner gelungen ist, eine Ladestation für Elektroautos zu entwickeln, die nur sechs Minuten braucht, um einen normalen E-Wagen aufzuladen. Das ist auch deswegen möglich, weil sich japanische Auto Hersteller sehr früh auf einen gemeinsamen Standard für Ladestecker geeinigt haben. (more…)

Meine Kandidatur zum politischen Geschäftsführer in Bayern

Filed under: Piraten — Aleks A @ 10:00

Freunde, Römer, Landsleute,

hiermit gebe ich meine Kandidatur zum politischen Geschäftsführer des Landesverbandes Bayern bekannt.

Schon bevor ich im Dezember 2009 meinen Antrag stellte, waren die Piraten meine Partei, mir war das nur nicht bewusst. Bei den Piraten fand ich meine politische Heimat und eine Streitkultur, die ich bei anderen Parteien vermisst hatte.  Mein Angebot zur Hilfe wurde gerne angenommen, und so habe ich mich eingemischt, wo auch immer ich der Meinung war, dass ich was beitragen konnte. (more…)

Bildung? Wofür?

Filed under: Bildung — Aleks A @ 08:38

Hessens ehemaliger aber noch amtierender Führer Koch hat es laut gedacht, die Wespenkoalition (Schwarz-Gelb, get it?) in Schleswig-Holstein lebt es vor. Das sind die Leutchen, die der HSH Norbank den Geld in den Rachen schieben, aber nun entschieden haben, die Universität Lübeck zu schliessen und Teile davon zu verkaufen.

Ich bin zwar kein Fan von Verschwörungstheorien, aber langsam sieht es nach einer konzertierten Aktion aus. Die Art, wie in diesem Land Bildung stetig so aufgestellt wird, daß nur eine Oligarchie sich die leisten kann, riecht stark danach, als ob die konservativen Kräfte alles daran tun, eine Masse an ungebildeten und unterbezahlten Menschen zu bekommen, die sie nach Lust und Laune herumschieben können, wie es ihnen lustig ist. (more…)

Schockstarre

Filed under: Piraten — Aleks A @ 08:21

beschreibt sehr gut mein Zustand, als ich erfuhr, daß die Piraten in NRW nur 1,54% geholt haben – weniger als bei der Bundestagswahl. Da hatte uns Forschungsgruppe Wahlen doch vorletzte Woche 3% prognostiziert und dann das hier.
Verschiedene kleine und große Lehren sollten die Piraten hier herausnehmen:
1.) Bei kleinen Parteien irrt Forschungsgruppe Wahlen gewaltig.
2.) Es bestätigt sich meine Befürchtung bezüglich der Pressearbeit in NRW. Sie war grottenschlecht.
3.) Die Piraten etablieren sich als sechsgrößte Partei der Bundesdeutschen Landschaft. Auch schon was. We’re here to stay.
4.) Ein Komplettprogramm ist nicht unbedingt die Lösung, wenn er so schnell, gar überstürzt entschieden wird. Ist ok, NRW hatte nicht viel Verschnaufszeit nach der Bundestagswahl. Zwar bleibe ich ein Freund des Komplettprogramms, aber den sollten wir Schritt für Schritt und mit bedacht aufstellen.
5.) Piraten stehen sich selber in der Öffentlichkeitsarbeit im Weg. Ich will auf Bingen warten, aber ich glaube, daß der Individualismus der Piraten kanalisiert gehört. Sie kommen mir im Moment vor wie die Anarchisten im Spanischen Bürgerkrieg (i.e. sie schiessen unter Umständen auf sich selber aus lauter Desorganisation – vid. „Hommage to Catalonia“ von George Orwell)

Die Piraten Bewegung in Deutschland ist gestolpert. Aber nun heißt es aufzustehen, sich den Dreck aus den Kleidern putzen, die Steine genau zu überprüfen, über die wir gestolpert sind und weiter machen. Deutschland und die Welt brauchen uns. Sie brauchen unseren Tritt in den Hintern.

  • Themen

  • Zur Vorsicht:

  • Archiv

  • Meta

  • Die Wolke

  • Lizenz

    Alle Inhalte stehen unter folgender CC-Lizenz:

    Creative Commons License: Namensnennung - Keine kommerzielle Nutzung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0, Deutschland

    Ausnahmen nur nach ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung.
  • rechtsfreier Raum