Die Union hat kreative Menschen nicht verstanden – und das Internet erst recht nicht

Filed under: Internet-Ausdrucker,Konservative,Piraten,Urheberrecht — Aleks A @ 14:51
Sehr geehrte Damen und Herren der CDU/CSU,
Sie haben es nicht verstanden. Sie zeigen sich grundsätzlich unfähig, das Netz und kreative Menschen zu verstehen.
Sie schreiben: „Die deutsche Kreativwirtschaft ist der Wachstumsmotor für die digitale Gesellschaft.“
Nein.
Ist sie nicht.
Die KREATIVEN sind der Wachstumsmotor der Gesellschaft, digital oder nicht. Die Menschen sind das Wichtigste. Und was sie nicht verstanden haben ist, dass im Netz jeder Mensch kreativ sein kann, jeder Mensch Inhalte anbieten kann. Dafür braucht man keine Vermittler – das geht von kreativem Menschen zum Publikum – direkt und ungefiltert.
Noch dazu, und das tut der von Ihnen hofierten und äußerst großspurig genannten „Kreativwirtschaft“ – im Netz nennt man sie „Contentmafia“ – weh: kreative Menschen können den Mehrwert ihrer Arbeit direkt bekommen. Den Applaus, das Geld, das Ansehen des Publikums und ihresgleichen. Die Medienwirtschaft, die sie „Kreativwirtschaft“ nennen, gehen dabei leer aus. Weil weder das Publikum noch die kreativen Menschen sie brauchen.
Die von Ihnen unterstützte „Deutsche Content Allianz“ ist nichts anderes als das Aufbäumen derjenigen, die ihre Felle wegschwimmen sehen. Die Publikum und Kreative über Jahrzehnte malträtiert haben und jetzt merken, dass sich Publikum und Kreative rächen – indem sie sie im Medium Internet links liegen lassen und direkt in Kommunikation treten.
Ein Hoch auf die kreativen Menschen! Ein Hoch auf die Bürger, das Publikum.
Sie, sehr geehrte Damen und Herren der CDU/CSU und Sie, Großkopferten der Medienindustrie, sind Dinosaurier, die den Einschlag des Kometen nicht hören wollen, nicht verstanden haben.
Wir Piraten haben es gehört, wir haben es verstanden. Wir arbeiten fieberhaft daran, Kreative zu unterstützen und eine Welt zu bauen, in der Künstler von ihrer Kunst leben können und das Publikum diese Kunst genießen kann. Ohne Vermittler, ohne Blutsauger, ohne Durchlauferhitzer, direkt für die Menschen.
Auf Wiedersehen, sehr geehrte Damen und Herren der CDU/CSU, sie haben es nicht kapiert.

Friedrich: Alter Wein in neuen Schläuchen

Filed under: Bürgerrechte — Aleks A @ 11:23

Unser äußerst geehrter Innenminister Friedrich von CSU und Merkels Gnaden mag das Wort „Vorratsdatenspeicherung“ nicht. Die Totalkontrolle des Bürgers Online, die uns so nah an China wie nur möglich stellt, möchte er lieber „Mindestdatenspeicherung“ nennen, weil „bei Vorratsdatenspeicherung wird man merkwürdig angeschaut“.

Hei, tun wir ihn doch den Gefallen und suchen doch nach neuen Namen für die Eliminierung von Bürgerrechten.

@Richie_FS aus Bayern bot auf Twitter schon „Totalüberwachungsspeicherung“ an oder „IhrSeitDochAlleTerroristenSpeicherung“ oder „BürgerrechtsabbauSpeicherung“ oder „RegierungGegenBürgerSpeicherung„.

Ich konterte mit „Orwellspeicherung„.

Kommt, helfen wir den sehr geehrten Herrn Friedrich mit seinem Neusprech, damit die Unterdrückung der Bürger zumindes verbal weniger weh tut! Wer findet den besseren Namen?

Hoffähig

Da haben wir’s wieder. Kaum im Amt spuckt der neue Innenminister Worte der Fremdenhasses aus. Der Islam gehöre nicht zu Deutschland, sagt er.

Der Islam, ein religiös-kultureller Sammelbecken, der uns historisch gesehen die 0 (null) gab, Algebra, einen Großteil der verloren geglaubten Schriften Antiker Philosophen sowie viele eigene wie fremde medizinische Schriften und Erkenntnisse, sollte schon deswegen im modernen Deutschland  einen Platz haben, weil wir ein pluralistischer Staat sind, in dem die Religion (oder die Irreligiosität) eines Menschen für den Staat keine Rolle spielen darf. Religion sollte in unserem Staat Privatsache sein und nicht zum politischen Diskurs gehören.

Damit will Herr Friedrich die ultrarechten Fans eines Sarrazins und andere rechtsaussen für sich gewinnen. Er geht, wie die CSU es allzu oft tut, und manchmal auch Teile der CDU („Kinder statt Inder„), auf Kuschelkurs mit dem Diskurs des Hasses und der Ausgrenzung, auf Kuschelkurs mit dem Fremdenhass und den ultrarechten. Fremdscham kommt in mir auf, wenn ich sehe, dass die Tochterpartei CDU ihn nicht öffentlich aus bremst, im Gegensatz zur FDP.

Abgesehen davon, dass solche Worte eines Demokraten unwürdig sind: die Rechnung wird nicht aufgehen. Wiederholt haben Untersuchungen gezeigt, dass ultrarechte Wähler erkennen, wann man ihnen wahltaktisch eine Karotte vor der Nase hält. So dämlich sind nicht ein Mal Faschisten.

Der Kuschelkurs der Union gegenüber fremdenfeindlichen Parolen führt nur dazu, dass die CDU/CSU als vermeintlich demokratische Parteien den ultrarechten Diskurs hoffähig machen. Die Union sendet damit das Signal an konservative und ultrakonservative Wähler, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn man Menschen aufgrund ihrer Religion von der Gesellschaft ausgrenzt. Dass man ein Demokrat bleibt, wenn man mit Faschisten und andere Xenophobe kuschelt.

Ein gefährliches Signal, wie man gerade in Frankreich merkt. Dort bekäme die politische Erbin vom Faschisten Le Pen, seine Tochter, die Stimmen von einem Viertel der Franzosen, und damit mehr als der mit xenophoben Werten und Parolen agierende konservative Sarkozy.
Ganz klar, wenn ultrarechte Wähler die Wahl haben zwischen Fremdenhass und „Fremdenhass light“ wählen sie das Original. Und nehmen dabei ultrakonservative mit, denen andere  ultrakonservative (hier die CSU) signalisiert haben, dass es in Ordnung ist, mit Hass und Abgrenzung zu reagieren. (El Pais: Conmoción en Francia por el sondeo que coloca a Marine Le Pen por delante de Sarkozy)

Mein politisches Kalkül sollte sich darüber freuen, dass sich dadurch die Konservativen selbst schädigen und schwächen. Mein demokratisches Herz überstimmt ihn gnadenlos und schämt sich für vermeintlich demokratische Politiker, deren erste worte im Amt Fremdenhass hoffähig machen.

Zur unsäglichen „Integrations“Debatte

Filed under: Ausländerpolitik,Konservative — Aleks A @ 12:52

Erlaubt mir, mit der Außensicht in den Diskurs einzugreifen. Dazu ein bisschen persönliche Geschichte, damit ihr wisst, woher ich diese Außensicht herleite:
Ich bin in Deutschland geboren, lebte aber zwischen meinem 3. und meinem 18. Lebensjahr in Spanien. Dort machte ich in einer Deutschen Auslandsschule als Quereinsteiger mein Abitur. Ich besitze zwei Staatsangehörigkeiten: Die Deutsche und die Spanische.

Nun zur Debatte: Tatsächlich meinen die Sprücheklopfer der Etablierten mit ihrer „Integrationsdiskussion“ eher Assimilation denn Integration. Alles, was sich nicht über einem Kamm scheren lässt ist doch Konservativen immer ein Dorn im Auge. Zusätzlich dazu sind sie gerade dabei, die niederen Instinkte der Bevölkerung zu befeuern, um am Rechten Rand zu fischen und die Leute vom Denken abzuhalten. (more…)

Ich fühle mich wie zu Bismarcks Zeiten

Filed under: Konservative — Aleks A @ 07:58

Ich fühle mich wie zu Bismarcks Zeiten:
Industriebarone, Polizei, Beamte und Politiker die nichts können aber alles dürfen.

Ich fühle mich wie zu Bismarcks Zeiten:
Sexualität wird tabuisiert und verboten, die Kirche tut, was sie will (auch mit Kindern). Doppelmoral ist an der Tagesordnung.

Ich fühle mich wie zu Bismarcks Zeiten:
Unterdrückung durch die Mächtigen ist an der Tagesordnung, und die Enkelin Bismarcks labert Amok.

Ich fühle mich wie zu Bismarcks Zeiten:
Die Antwort der Mächtigen auf die Rufe nach Freiheit und Demokratie sind Schlagstöcke und Repression.

Ich fühle mich wie zu Bismarcks Zeiten:
Adelige und ihre Hobbys beherrschen den Politischen Diskurs.

Ich fühle mich wie zu Bismarcks Zeiten:
Die Medien gehören und gehorchen den Mächtigen.

Ich fühle mich wie zu Bismarcks Zeiten:
Wer nicht passt wird passend gemacht.

Ich fühle mich wie zu Bismarcks Zeiten:
Vermeintlich Liberale paktieren mit der Macht, stellen es als Erfolg dar.

Ich fühle mich wie zu Bismarcks Zeiten, und es wird Zeit, es zu ändern.

[Nachtrag]:

Ich fühle mich wie zu Bismarcks Zeiten:
Kraniometrie wird wieder angewandt.

Der Pelz ist runter – es bleibt nur der Wolf.

Filed under: Bürgerrechte — Aleks A @ 13:06

De Maizières Stasi 2.1

Wölfe sind soziale Tiere, die sich im Allgemeinen für das Wohl des Rudels einsetzen.Insofern tun wir diesen edlen Tieren Unrecht, wenn wir sie mit einem  gar nicht auf das Wohl der Bürger achtenden Minister wie De Maizière vergleichen.
Doch es ist wichtig, dass alle Bürgerrechtler, die bis Dato mit diesem Minister zusammen gearbeitet hatten, merken, dass der einzig gangbare Weg nach dem neuen Horror-Katalog des Ministers ist, jegliche Zusammenarbeit mit ihm mit sofortiger Wirkung aus Gründen seiner tief sitzenden Verachtung vor den Menschen im allgemeinen und den deutschen Bürgern ins besondere zu kündigen.
Den sanften freundlichen De Maizière gab es nie, jetzt hat er die Maske auch öffentlich fallen lassen. (more…)

Die verkaufte Republik

Filed under: Demokratie,Lobbyismus — Aleks A @ 10:35

AD 1: Wir müssen demnächst ca. 30 EUR zahlen, für ein Papier, dass unsicher ist, vor der Einführung sogar von Schulkindern geknackt wurde und deren PIN mit kaum etwas Fachwissen ausgelesen und geändert werden kann. Der neue ePerso, der ach so sichere ePerso ist das Plastik nicht wert, das es umhüllt. Wer wert auf seine Sicherheit legt sollte es in der Nähe von Mikrowellen lassen. Ich überlasse es dem Leser als Übung herauszufinden, wer solche Gesetze in Gang setzt und wie die Besitzstruktur der Bundesdruckerei in den letzten zehn Jahren aussah.

AD 2: Wir bekommen trotz gegenteiligem Bürgerwillen eine Laufzeitverlängerung teils maroder Atom Kraftwerke aufgebrummt und kriegen im Nachhinein mit, dass die Regierung einen geheimen Vertrag mit der Atommafia den Energieversorgern ausgeklüngelt hat. Die Bürger, die keine Mühe scheuen, um dagegen zu demonstrieren (immerhin 100.000 haben sich schleunigst dafür entschlossen). Werden von einem Undemokraten zur „Lauten Minderheit“ degradiert. (more…)

Die Zukunft verpassen II

Filed under: Bildung — Aleks A @ 09:00

Wenn ich mein Studium hätte bezahlen müssen, hätte ich wohl nie einen Abschluss geschafft. Ich musste zwar arbeiten, um mir das Leben neben dem Studium zu leisten, aber das war in vertretbarem Rahmen, geschadet hat’s mich nicht. Heutzutage bin ich ein wohlhabender Bürger, der munter seine Steuern bezahlt und ein gutes Leben genießt. (more…)

O, si tacuisses…

Filed under: Fremdschämen,Konservative — Aleks A @ 16:59

Liebe Frau Merk,
wo soll ich anfangen?

Also: Kinderpornographie ist nicht dasselbe wie Pornographie, die sich Kinder anschauen.

„Fisting“ ist eine sexuelle Praxis, die allen Anschein nach manchem Menschen gefällt. Solange Geber und Empfänger damit einverstanden sind ist sie vollkommen legal und Teil der freien Entfaltung der Persönlichkeit.

Diese Wiederum ist ein Grundrecht. Mir ist bewusst, dass die CSU/CDU die Grundrechte lieber heute als gestern abschaffen möchte. Aber trotzdem… (more…)

Die asoziale Republik

Filed under: Neoliberalismus — Aleks A @ 10:52

Ich wische mir den Schlaf aus den Augen, werde mit Schlagzeilen konfrontiert wie: „Wolfgang Schäuble sieht „erheblichen Spielraum“ für Einsparungen bei den sozialen Sicherungssystemen“ oder „Rechnungshof kritisiert Luxusvergütungen bei Bundesagentur“. Und nebenbei labert Guido Westerwelle Amok und tretet auf die Schwächsten der Schwachen.

Was sind wir für ein Land geworden unter der Ägide der Konservativen in CDU/CSU, FDP und SPD? Was sind wir für eine Gesellschaft geworden, die solche Leutchen wählt und nicht aus dem Amt jagt, sobald sie so einen hanebüchenen Blödsinn labern? (more…)

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