Der Urheber, der Ausgebeutete

Filed under: Urheberrecht — Aleks A @ 11:30

Laßt uns was klar machen. Als Urheber von Kunst- und anderen kreativen Werken ist man heutzutage ein armes Schwein. Nur Wenige können wirklich gut davon leben. Ich glaube  gerade Piraten sind sich einig, dass sich die Situation erheblich ändern muss. Deswegen wollen wir mit aller Kraft gegen die kämpfen, die den Urhebern das Geld aus der Tasche ziehen.

Damit meine ich die Medienkonglomerate, die mit allumfassenden Verträgen und unendlicher Nutzung den Urhebern ca. 1% des Geldes überlassen, das sie selber damit machen. Gerade am Beispiel der Musikindustrie ist problemlos belegbar, dass von den ca. 20 EUR, die eine CD kostet nur CENTS bei den Urhebern bleiben.

Doch davon hört das allgemeine Publikum nichts. Schließlich hat die Medienindunstrie eine große Lobby, die sicher leckere Abendessen veranstaltet und saftige „Spenden“ vergibt. Und kontrolliert die gesamte Verwertungs- und Informationskette, wie am Beispiel „DSDS“ hervorragend belegbar ist. Da wird der Unternehmens eigene TV Sender oder die Zeitung doch keine Nachrichten veröffentlichen, die dem Besitzer schaden, wo kämen wir den her…

Die Medienindustrie und verwandte Mitesser wie GEMA, GfV, VG Wort usw. haben mit ihrer Gier dafür gesorgt, dass sie von uns und vielen anderen als Räuberbarone angesehen werden. Sie sollte die Urheber nicht mit Brotkrummen abspeisen, sondern sie als der Motor ihrer Industrie sehen und entsprechend hegen und pflegen. Da sie das nicht tun, suchen sich Urheber schon lange neue Wege des Überlebens jenseits der Industrie. Zum Glück gibt es clevere Menschen, die sich Systeme wie Creative Commons überlegt haben (unter einer solchen Lizenz veröffentliche ich). Anhand solcher Systemen dürfen die Werke nur so verbreitet, wie der Urheber das will. Und nicht so, wie die Medienindustrie ihn per Vertrag knebelt.

Kennt ihr die Verträge, die Urheber in unserem Lande unterschreiben? Fragt das nächste Mal einen (Bild-)Journalisten, einem Musiker unter Vertrag oder sonst einem Urheber. Da sind solche Schoten drin wie (sinngemäß) „Der Urheber übergibt alle Nutzungsrechte jeglicher Nutzung seines Werkes mit diesem Vertrag ab, inklusive unbekannter zukünftiger Nutzungen“. Wer so einen Vertrag unterschreibt, sieht tatsächlich nur Brotkrummen aus seinem schwer erarbeiteten Werk.

Da geht ein Photograph leer aus, wenn seine Bilder in der Zweitverwertung auf eine Jahres-Ausgabe der Zeitschrift erscheinen, oder auch einer Archiv DVD. Da sieht ein Journalist kein Geld, wenn aus seiner Artikel Reihe ein Fernsehfilm erstellt wird. Da wird ein Musiker mit einem Schulterzucken abgespeist, wenn sein Song von einem Streaming Dienst benutzt wird.

Das nächste Mal also, daß ein Vertreter einer Medienfirma euch vorheult, wie arm die Urheber doch seien, fragt ihn, wie viel Prozent von den Einnahmen seines Unternehmens tatsächlich auf dem Konto des Urhebers landet. Desjenigen, der das Produkt hergestellt hat, daß seine Lobbyarbeit bezahlt.

Er wird sich um eine Antwort winden wie ein Politiker vor der Wahrheit.

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